ehemalige Freiwillige

Meine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker als Zwischenschritt

Auf dem Weg zum Feuerwehrmann.


Mein FSJ - 5 Monate später


Ich bin Simon B., 20 Jahre alt und habe von Mitte September 2013 bis Ende August 2014 ein freiwilliges soziales Jahr in der Philipp-Jäger Wohnanlage in Dietzenbach gemacht. Heute schaue ich mit einem Grinsen im Gesicht darauf zurück und sage: “Es war eine tolle Zeit!”.

Angefangen hat es relativ spontan. Ich war nicht sicher, was ich nach der Schule machen wollte und sah eine Anzeige in der Zeitung. Also schrieb ich kurzer Hand eine Bewerbung, welche auch sehr schnell beantwortet wurde. Ich wurde schon 4 Tage darauf zu einer Hospitation eingeladen, um mir ein Bild von meiner womöglich neuen Arbeitsstelle zu machen. Sowohl mit den zukünftigen Kollegen als auch mit den Bewohnern und meinen Aufgaben konnte ich mir ein Jahr vorstellen. So kam es, dass ich zwei Tage darauf in Offenbach den Vertrag unterschrieb und am darauffolgenden Montag das FSJ mit einem Seminar beginnen konnte.

Als ich in den Seminarraum trat, kannten sich einige schon. Alle hatten bereits mit ihrem FSJ begonnen, nur ich war noch ganz neu. Dies störte aber niemanden. Ich wurde super gut aufgenommen und wir beschäftigten uns mit unseren Aufgaben, schauten uns den Alltag unserer Bewohner genau an, besuchten eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Alles in allem war dieses Seminar genau richtig, um mich auf die kommenden Monate vorzubereiten.

Eine Woche darauf begann der Arbeitsalltag in der Wohnanlage. Ich lernte zuerst alles genau kennen, das Haus, den Garten, die Kollegen und nicht zuletzt auch die Bewohner. Zwei meiner Kollegen waren hauptverantwortlich für mich, damit ich mich schnell in die Arbeit einfinden und mich stets wohlfühlen konnte. Dies klappte auch sehr gut. Die ersten zwei Monate arbeitete ich hauptsächlich nachmittags, um alles kennen zu lernen und bei allem erstmal richtig zuschauen zu können. Nach und nach konnte ich Aufgaben allein übernehmen und alle Kollegen standen mir immer zur Seite, wenn ich Fragen, Probleme oder Sonstiges hatte.

Mitte November war dann mein erster Frühdienst, ich welchem ich schon etwas mehr auf mich allein gestellt war. Selbstverständlich war ein Kollege bei allem dabei, aber ich konnte schon vieles selbständig machen.

So lief mein FSJ schnell von ganz allein und ich bemerkte gar nicht, wie schnell die Zeit verging. Über Weihnachten, die Feiertage und bis ins neue Jahr hatte ich Urlaub. Dort merkte ich, wie sehr mir die Arbeit und die Bewohner ans Herz gewachsen waren und ich freute mich schon sehr im neuen Jahr wieder arbeiten  zugehen.

Zwischendurch fanden immer wieder Seminare statt, welche in Offenbach mit einer größeren Gruppe von FSJ-lern ausgetragen wurden. Diese beschäftigten sich mit ganz unterschiedlichen Themen. Meist trafen diese direkt auf unseren Arbeitsalltag zu, viele haben mir aber auch privat etwas gebracht. So waren wir zum Beispiel an einem Tag in Offenbach zuerst mit dem Rollstuhl und später mit verbundenen Augen unterwegs, erkundeten die Stadt und gingen einkaufen. Gar nicht so einfach, aber heute weiß ich, wie sich ein Mensch mit einer solchen Behinderung fühlt und gehe ganz anders auf diese Menschen zu.
Ein anderes Beispiel ist der Besuch von Florian Sitzmann, ein Mann welcher mit 15 Jahren beide Beine verloren hat und uns seine Lebensgeschichte erzählte. Er hatte es ganz besonders schwer, aber er hat es geschafft, verheiratet, Kind und ein eigenes Haus. Er lebt trotz seiner Behinderung ein fast ganz normales Leben! Dieser Besuch beeindruckte mich sehr.

Aber auch alle anderen Seminare waren im Nachhinein wirklich eine Bereicherung für mich, nicht nur während meines FSJ.

Der Höhepunkt des FSJ kam dann im Juni. Ich fuhr mit 3 Kollegen und 7 Bewohnern an die Ostsee. Wir machten dort eine Woche lang ‘Urlaub’, zumindest unsere Bewohner. Die Woche war wirklich anstrengend. Jeden Morgen früh raus und bis spät wach, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht den ganzen Tag mit den Bewohnern unterwegs zu sein und es gab nichts Schöneres als zu sehen, wie viel Spaß sie bei all dem hatten.

Und schnell kam dann auch schon August und mein FSJ neigte sich dem Ende. Ich hatte nach langem Überlegen, langem hin und her die Entscheidung getroffen, eine Ausbildung zu machen. Nicht jedoch wie viele es erwarten würden im sozialen Bereich, sondern als KFZ-Mechatroniker. “Etwas ganz anderes”, sagte ich, aber auch meine Freunde und Familie. Nicht etwa weil mir das FSJ keinen Spaß gemacht hat, sondern viel mehr, weil ich meinen Kindheitstraum verwirklichen möchte und Feuerwehrmann werden will.

Trotz meines Berufswunsches bin ich froh, dass ich das FSJ machen konnte. Ich habe soviel gelernt, ob es auf der Arbeit, den Seminaren oder bei Gesprächen mit Bewohnern und Kollegen war. Das Jahr hat mich persönlich bereichert an Wissen und Erfahrung und genau das muss es sein!

Die Bewohner und Kollegen habe ich zur Weihnachtsfeier der Wohnanlage besucht. Darauf habe ich mich sehr gefreut! Es war sehr schön alles einmal wieder zu sehen und ich bedaure sehr, dass ich neben meiner Ausbildung nur so wenig Zeit habe, sonst würde ich sie viel öfter besuchen.

Simon B.

 

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Förderung

Das FSJ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Hessischen Sozialministerium gefördert.

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Verein Behindertenhilfe
in Stadt und Kreis Offenbach e.V.
Fachdienst Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

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Tel. 069/8090969-17
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