Laura Pf., Februar 2016

Was hat sich durch das FSJ verändert?

Im Rahmen der "Schreibwerkstatt" berichtet Laura über ihre Erfahrungen in der Kita Martin-Luther-Park


Neugier, Wissen , Fortschritte und immer wieder sorgen die Kinder für Überraschungen!

Im Folgenden will ich kleine Einblicke gewähren, die meine Balance zwischen Arbeit und Freizeit beschreiben, welch positiven Aspekte ich mit der Arbeit verbinde, welche Rolle ich für die Kinder einnehme und wie mein Verhältnis von Nähe und Distanz im Kindergarten ist.

Momentan würde ich behaupten, dass die Arbeit schon fast Mittelpunkt in meinem Leben ist und dieses größtenteils auch „bestimmt“. Man könnte meinen, dass dieser Satz einen negativen Unterton hat, dies ist aber in keinster Weise so. Ich stehe jeden Morgen um 06:30 Uhr auf und mein Arbeitstag endet um 15:50 Uhr. Da ist der halbe Tag auf jeden Fall schon rum, dennoch freue ich mich jeden Tag auf die Arbeit und finde es somit auch nicht allzu schlimm, so früh aufstehen zu müssen. Was ich aber sagen muss, dass man durch das Arbeitsleben viel mehr seine Freizeit planen muss; seien es Arzttermine oder einfach ganz normale Dinge wie einkaufen oder sich mit Freunden treffen. Da wird sogar ein Friseur- oder Kosmetikbesuch zur absoluten Entspannung, die man aber auch wirklich braucht. Abstand zur Arbeit findet man allein dadurch schon, dass man keine Hausaufgaben hat oder Klausuren schreibt, wie das in der Schule war. Ich gehe zur Arbeit und komme irgendwann nach Hause, somit ist der Arbeitstag abgeschlossen. Dass man sich vielleicht noch zuhause Gedanken über Dinge macht, die im Kindergarten passiert sind, ist, denke ich, normal. Wenn ich schlechte Laune auf der Arbeit habe und diese mit nach Hause bringe, versuche ich mit Außenstehenden darüber zu reden, und es geht mir besser.
Ich freue mich jeden Tag auf’s Neue, so intensiv mit Kindern arbeiten zu dürfen und praktisch ein maßgebender Teil für die Entwicklung des Kindes zu sein. Ich mag Kinder wirklich sehr und nirgendwo anders bekommt man die Chance, so viel Kontakt zu den verschiedensten Kindern haben zu dürfen. Außerdem habe ich generell gerne Menschen um mich herum und mag es, im Team zu arbeiten. Du siehst, welch kleine Fortschritte die Kinder machen, wie sie wachsen und dich einfach immer wieder überraschen, und man schließt sie wirklich sehr ins Herz, wirklich jeden einzelnen. Und all dies sind einfach diese positiven Aspekte, die die Arbeit so wunderschön erträglich machen und teilweise auch unvergesslich.

Welche Rolle ich gegenüber den Kindern einnehme ist garnicht so einfach zu sagen. Vorallem anfangs, wenn man neu im Kindergarten anfängt zu arbeiten, ist es schwierig, seine Rolle zu finden. Mittlerweile versuche ich ein paar Dinge zu vereinen, was auch sehr gut klappt: Zum einen will ich wie eine Freundin sein. Klar, bin ich ca. 15 Jahre älter als die meisten Kinder, aber trotzdem können wir gut miteinander spielen, tanzen, miteinander reden, viel lachen. Ich höre mir aber auch genauso gerne ihre Probleme an, die ihnen auf dem Herzen liegen und schätze es sehr, wenn sie mir so etwas erzählen. Im Prinzip will ich mit den Kindern einfach so viel Spaß haben wie möglich, da jetzt noch deren Zeit ist, in der sie Kind sind und sein dürfen, und sich über vieles noch keine Gedanken machen müssen. Zum anderen sollen sie aber auch merken, wenn sie etwas machen, was sie nicht dürfen oder zu sehr die Grenzen austesten. In solchen Situationen greife ich dann schon durch. Die Stimme wird etwas lauter und ich versuche ihnen zu erklären, wieso sie etwas nicht dürfen, etc… und das natürlich kindgerecht, also kurz und knapp und in einfachen Worten. Im Großen und Ganzen will ich, dass die Kinder sich mit mir wohl fühlen, gerne mit mir spielen und generell gerne mit mir Zeit verbringen, mich aber auch ernst nehmen. Und wenn man paar Tage nicht im Kindergarten war, dann zurück kommt und man hört, dass die Kinder einen vermisst haben, dann hat man alles richtig gemacht, denke ich.

Das Verhältnis zwischen Nähe und Distanz ist ein recht schwieriges aber präsentes Thema im Kindergarten. Eine gewisse Distanz muss immer da sein, da ich mit den Kindern weder verwandt bin, noch sonst was in die Richtung. Im Prinzip sind sie für mich fremd. Dennoch finde ich es schön, wenn ein gewisses Verhältnis von Nähe zwischen Erziehern und Kindern vorhanden ist. Damit meine ich nicht unbedingt die körperliche Nähe, da meiner Meinung nach, mehr als eine Umarmung völlig unangebracht und wahrscheinlich generell auch verboten ist; sondern viel mehr dieses Zeit nehmen für die Kinder, auf ihre Wünsche eingehen, sofern das machbar ist, ihnen zuhören und sie ernst nehmen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Neugierde und teilweise auch Wissen schon in den Kindern steckt. Und klar, wenn ein Kind krank oder traurig ist, dann setze ich mich gerne dazu, kümmere mich, nehme mir allein für dieses Kind Zeit. Es soll sich in meiner Gegenwart wohl fühlen aber dennoch wissen, dass ich eben nur im Kindergarten so für das Kind da sein kann.

Laura Pf.

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