Valerie L., Dezember 2014

Waldgruppe in der Kita Tabaluga

Wie läuft es in der Waldgruppe ab?

Bevor wir in den Wald fahren, kommen die Kinder erst mal in die Frühgruppe (nicht alle Kinder). Dann werden sie für den Wald umgezogen bzw. die Kinder, die alt genug sind und es schon können, ziehen sich natürlich selbst an. Anschließend ziehen wir uns um und fahren dann gemeinsam mit den Kindern in den Wald. Bevor wir im Wald sind, sind wir meistens maximal 6 Kinder. Die "restlichen" Kinder aus meiner Gruppe werden von den Eltern/Opa/Oma zum Wald gefahren. Insgesamt sind in meiner Gruppe 17 Kinder, zwei Erzieher und mit mir zwei FSJ-ler. Im Wald angekommen setzen wir uns gemeinsam mit den Kindern in den Singkreis. Jedes Kind darf sich an einem Tag der Woche ein Lied aussuchen.
Danach wird geschaut, welches Kind fehlt. Die Kinder sollen eigenständig feststellen, welche Kinder nicht da sind. Dann wird der Bollerwagen "gepackt" (Sitzkissen, Plane, Wickelsachen, Frühstück) und wir gehen daraufhin gemeinsam zum Frühstücksplatz in den Wald. Mindestens zwei Kinder ziehen den Bollerwagen.

Jedes Kind hat einen Rucksack mit Trinkflaschen, Brotdosen oder auch Windeln dabei. Am Frühstücksplatz angekommen wird gemeinsam gegessen und anschließend ist "Spielzeit".
Den Platz im Wald kann man sich so vorstellen wie einen eigenen, privaten, selbst gebauten Spielplatz. Mit einer selbst gebauten Wippe, selbst gebauten Hütte, einer Hängeschaukel, Schippen usw. Abwechslung gibt es immer.

Wir frühstücken nicht immer auf diesem Frühstücksplatz und wir laufen auch nicht immer die gleichen Wege. Es gibt "Quasi" immer etwas Neues zu entdecken. Vor allem in der "Spielzeit", denn wir dürfen in Absprache mit ein paar Kindern die Gegend erkunden, Eicheln sammeln, Blumen pflücken, Steine sammeln usw. Langeweile kommt so eigentlich nie auf. Dadurch, dass ich keine Uhr dabei habe, merke ich auch gar nicht, wie die Zeit vorbei geht. Um 11.30 Uhr trinken die Kinder nochmals etwas, holen ihre Rucksäcke und wir gehen zurück zum Singkreis, wo einige Kinder bereits abgeholt werden. Mit den restlichen Kindern fahren wir zurück in den Kindergarten. Dort wird sich umgezogen und anschließend gibt es Mittagessen. Spielzeit ist danach bis halb drei, dann wird aufgeräumt. Die Kinder, die um 15 Uhr abgeholt werden, gehen mit in den Singkreis und die anderen Kinder gehen in die Spätgruppe,(die bis 16 Uhr geht.

Wie sehen meine Aufgaben aus?

Morgens und Nachmittags Bus fahren und Frühstück zubereiten sind die ersten Aufgaben, die mir eigentlich jeden Tag zu geteilt werden, genauso wie den Mittagstisch vorzubereiten, die kleineren Kinder zu wickeln und beim Umziehen zu helfen. Dienstags wird eingekauft und die Gruppe desinfiziert. Das sind meine festgelegten Aufgaben. Ansonsten sind wir relativ frei bei unseren Aufgaben und dürfen unserer "Kreativität" freien Lauf lassen. Fragen schadet aber nie, sollen wir auch, bevor wir etwas machen. Wichtig ist aber, dass wir darauf achten, dass die Kinder sich an die Regeln halten. Vor allem im Wald ist dies wichtig für ein "entspanntes" Miteinander.

Was muss ich mitbringen für die Arbeit in der Waldgruppe?

Wenn man sich für die Waldgruppe entscheidet, dann muss einem klar sein, dass man bei Wind und Wetter draußen ist. Egal ob es regnet oder ob es kalt ist. Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung. Die richtigen Schuhe, Regenhose, Regenjacke, Handschuhe usw. sollte man zu seiner "Arbeitskleidung" zählen. Wenn den Kindern nicht früher schon zu kalt ist, sind wir bis -9 °C draußen. Ansonsten frühstücken wir im Bauwagen (der beim Singkreis steht). Dort gibt es eine Heizung und die Kinder können sich so aufwärmen und haben die Möglichkeit im Warmen zu sitzen. Außerdem sollte einem klar sein "der Baum ist das Klo". Toiletten gibt es im Wald natürlich nicht, aber Feuchttücher, Desinfektionsmittel, Handtücher und auch Handschuhe haben wir immer dabei.

Was unterscheidet die Waldgruppe von den anderen Gruppen?

Der wesentliche Unterschied zu den anderen Gruppen ist natürlich, wir sind mit den Kindern im Wald und in meiner Gruppe sind keine Kinder im Rollstuhl oder welche, die einen Anfall bekommen können. Die Kinder haben im Wald finde ich viel besser die Möglichkeit, miteinander zu spielen, aber auch sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen. Ich habe das Gefühl, dass meine Gruppe durch diese "Freiheit" im Vergleich zu den anderen Gruppen, viel ausgeglichener ist. Die Lautstärke verliert sich eher im Wald, wie in einem geschlossenen Raum. Sie haben viel mehr Möglichkeiten, Situationen zu erfahren oder Dinge kennenzulernen (Bäume, Tiere usw). Wie sich ein Kind über ein Eichhörnchen freuen kann, glaubt man erst, wenn man es einfach miterlebt hat.

Jeder Tag ist anders, weil jeden Tag etwas anderes passiert. Es gibt immer etwas zu lachen und es macht einfach Spaß, weil den Kindern selbst immer etwas Neues einfällt.

Valerie L.

<- Zurück zu: Erfahrungsberichte von Freiwilligen


Jetzt bewerben!

Anrufen, mailen oder eine Brieftaube schicken:

Förderung

Das FSJ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Hessischen Sozialministerium gefördert.

Folge uns:
Adresse

Fachdienst Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ):
Verein Behindertenhilfe
in Stadt und Kreis Offenbach e.V.
Fachdienst Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

Ansprechpartnerin:
Claudia Kamer
Ludwigstraße 136
63067 Offenbach
Tel. 069/8090969-17
c.kamer@behindertenhilfe-offenbach.de