Dana, 20 Jahre, März 2013

Vielfältige Aufgaben im Ambulanten Dienst

Erfahrungen in allen Bereichen des Ambulanten Dienstes:

Schulische Integrationshilfe, Familienunterstützende Hilfen, Nachmittagsbetreuung und Freizeitgruppen.

Für mich hat sich erst spät entschieden, dass ich ein FSJ machen werde. Geplant hatte ich eigentlich, nach dem Abitur direkt zu studieren.  Ich hatte mich auch bei einigen Unis beworben und sogar schon einen Studienplatz zugesagt bekommen. Allerdings habe ich dann gemerkt, dass ich noch nicht dazu bereit bin, sofort zu studieren und wollte lieber erst ein Jahr etwas Praktisches machen. Da bietet sich ein FSJ sehr gut an, da Studienplätze, die schon vergeben wurden, für FSJler für das nächste Jahr freigehalten werden und man den Studienplatz also nicht verliert.

Auch für diejenigen, deren Abi-Schnitt nicht so gut ist lohnt es sich, ein FSJ zu machen, da es angerechnet wird und man im nächsten Jahr bessere Chancen auf einen Studienplatz hat.

Ich habe von Anfang an viel Verantwortung übertragen bekommen.
Diejenigen Freiwilligen, die ganz normal im August anfangen, werden gleich als Integrationshelfer in verschiedenen Schulen eingesetzt. Da ich aber erst einen Monat später als die anderen FSJler angefangen habe, war ich anfangs nur in den verschiedenen Gruppen, die der Ambulante Dienst anbietet, eingesetzt.

In der Nachmittagsbetreuung in Offenbach und Langen werden Kinder mit verschiedenen Behinderungen nach der Schule betreut. Neben Spielen, Basteln und Ausflügen gehören auch für die Kinder das Essen kochen und pflegerische Tätigkeiten, an die man sich aber sehr schnell gewöhnt, zu den Aufgaben eines FSJlers. Ich erlebe viel mit den Kindern und habe schnell eine gute Beziehung zu ihnen aufgebaut. Außerdem lernt man viel von ihnen. Man lernt nicht nur auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen, sondern wird auch immer wieder daran erinnert, dass man sich auch über die kleinsten Dinge des Alltags wirklich freuen kann und diese genießen sollte.

Außer der Nachmittagsbetreuung und anderen Angeboten für Kinder, wie die Ferienspiele oder verschiedene Gruppen am Wochenende, gibt es auch noch Gruppen für Erwachsene mit Behinderung. Dazu gehören zum Beispiel die Partyzeit oder die Freizeitangebote, wo man verschiedene Ausflüge unternimmt, zum Beispiel Bowling spielen, Karaoke singen, Kinobesuche oder auch mal auf den Weihnachtsmarkt gehen. Auch diese Gruppen machen viel Spaß und ich erlebe und vor allem lache viel mit den Nutzern und weiß diese Menschen sehr zu schätzen, da sie mich direkt sehr freundlich aufgenommen haben, viel von sich erzählen und auch mal ihre Witze machen.

Neben den Gruppen bin ich auch beim Familienunterstützenden Dienst eingesetzt, wo ich einen 4-jährigen Jungen mit Down-Syndrom zuhause betreue. Dort steht vor allem die Freizeitgestaltung im Vordergrund und die Entlastung der Mutter, damit diese sich mehr mit dem Geschwisterkind alleine beschäftigen kann. Da mein Kind sehr extrovertiert ist und bei allem dabei sein möchte, kommt diese Zeit oft zu kurz. Bei gutem Wetter sind wir viel draußen, gehen auf den Spielplatz, im Wald spazieren oder machen ein Picknick. Bei schlechtem Wetter bleiben wir bei ihm zuhause, spielen und lesen viel oder machen es uns mit Tee und Keksen gemütlich. Wir haben immer viel Spaß zusammen und da er ein kleiner Frechdachs ist, bringt er gerne alle Menschen um sich herum zum Lachen und hat in jeder Situation seinen Spaß.

Nach den Herbstferien habe ich dann auch endlich mein Schulkind bekommen. Ich betreue einen 7-jährigen Jungen während des Unterrichts, der in die erste Klasse einer Regelgrundschule geht. Er hat eine Hörbehinderung und trägt Hörgeräte, welche es ihm schwer machen, sich während des Unterrichts auf seine Aufgaben zu konzentrieren, da er alle Geräusche um sich herum ungefiltert verstärkt mitbekommt. Deswegen ist es eine wichtige Aufgabe, ihn dazu zu bringen, sich zu konzentrieren und ihn bei seinen Aufgaben zu unterstützen. Außerdem hat er ein Mikrofon, was die Lehrer sich entweder anstecken oder was, an einem Stofftier befestigt, vor dem Lehrer auf dem Tisch steht. Über Funk wird die Stimme des Lehrers durch das Mikrofon auf seine Hörgeräte übertragen. Mein Kind ist manchmal  "sehr schusselig", deswegen muss ich ihn täglich daran erinnern sein Stofftier mit dem Mikrofon mitzunehmen, wenn wir den Raum wechseln. Ich muss auch darauf achten, dass die Lehrer, wenn sie fertig sind, das Mikrofon wieder ausschalten, damit er nicht die ganze Stunde das Geschehen am Lehrertisch mitbekommt. Den Eltern ist es sehr wichtig, dass er in der Schule keinen „Sonderstatus“ bekommt, deswegen helfe ich, wenn er gerade beschäftigt ist oder auch alleine klarkommt, auch den anderen Kindern in der Klasse bei ihren Aufgaben oder beschäftige mich in der Spielzeit mit ihnen. Die Lehrer in der Schule sind alle sehr freundlich und gute Ansprechpartner, wenn es ein Problem gibt. Sie haben mich alle herzlich aufgenommen und unterstützen mich soweit es geht. Auch in der Schulbetreuung habe ich schnell eine gute Beziehung zu dem Nutzer und auch zu den anderen Kindern in der Klasse aufgebaut. Jedoch muss man dort, anders als in den Freizeitgruppen, viel deutlichere Grenzen setzen, da man von den Schülern wie eine Lehrkraft wahrgenommen wird. Die Integrationshilfe hat ganz andere Schwerpunkte als die Gruppenbetreuung oder der Familienunterstützende Dienst und auch hier lernt man viel dazu und sammelt reichlich Erfahrungen.

Natürlich gibt es auch schwierige Situationen wie Schicksalsschläge bei Nutzern oder emotionale Momente oder einfach nur, wenn zum Beispiel ein Kind einen Anfall hat oder einfach nicht hören will, aber man lernt schnell, damit umzugehen und die schönen Momente überwiegen sehr.

Im Ambulanten Dienst herrscht immer ein gutes Betriebsklima und alle Mitarbeiter gehen sehr freundlich und familiär miteinander um. Man wird sofort von allen herzlich aufgenommen und alle stehen einander mit Rat und Tat zur Seite, wenn mal ein Problem auftritt.

Ich kann jedem ein FSJ beim Ambulanten Dienst der Behindertenhilfe Offenbach empfehlen, da man wirklich viele wichtige und schöne Erfahrungen sammelt und diese auch sehr vielseitig sind. Man lernt sowohl den Umgang mit erwachsenen Menschen mit Behinderung als auch den mit Kindern jeden Alters kennen. Außerdem sammelt man Erfahrungen im Bereich der Freizeitbetreuung und in der Integrationshilfe und lernt deren Unterschiede kennen.

Mir persönlich hat das FSJ nicht nur viele Erfahrungen gebracht, die ich sonst nicht gemacht hätte, sondern auch eine große Orientierungshilfe für das spätere Berufsleben gegeben. Anfangs war ich noch unentschlossen, ob ich lieber in die wirtschaftliche oder in die soziale Richtung gehen werde, aber nach dem FSJ bin ich mir sicher, dass ich doch lieber Heilpädagogik anstatt internationales BWL studieren und bei dieser Arbeit bleiben möchte.

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Förderung

Das FSJ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Hessischen Sozialministerium gefördert.

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Fachdienst Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ):
Verein Behindertenhilfe
in Stadt und Kreis Offenbach e.V.
Fachdienst Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

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Claudia Kamer
Ludwigstraße 136
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Tel. 069/8090969-17
c.kamer@behindertenhilfe-offenbach.de