Sonja S., Januar 2017

Mein FSJ in der Wohngruppe Rodgau

 

Es hat sich schon jetzt gelohnt, ein FSJ in der Wohngruppe Rodgau zu machen!


Im Sommer letzten Jahres habe ich mich für ein FSJ bei der Behindertenhilfe beworben, um einen ersten Einblick in das soziale Berufsfeld zu erlangen. Da ich verfolge erst Ende des Jahres ein Studium zu beginnen, habe ich zudem nach einer Möglichkeit gesucht, das freie Jahr sinnvoll zu überbrücken. Dabei habe ich zum einen nach einer Tätigkeit gesucht, welche neu für mich ist und zum anderen Anforderungen stellt, an denen ich persönlich wachsen kann. Beides schien mir im Bereich der Behindertenhilfe geboten zu sein. Außerdem glaube ich, dass man in der Unterstützung von Menschen mit Behinderung etwas sehr Gutes tun kann.

Nach den ersten viereinhalb Monaten kann ich bestätigen, dass das Arbeiten mit Menschen mit Behinderung jeden Tag neue Anforderungen stellt, was das Ganze sehr abwechslungsreich und spannend gestaltet. Zu Beginn habe ich gehofft, dass ich mich gut in das Team einfügen kann und zudem von den Bewohnern akzeptiert als auch gemocht werde. Auch dies wurde glückerweise beides bestätigt. Mit meinen Arbeitskollegen verstehe ich mich gut und insgesamt herrscht ein sehr positives Arbeitsklima, welche das Arbeiten angenehm gestaltet. Die Bewohner haben mich von Anfang an gut aufgenommen, worüber ich sehr dankbar und glücklich bin.
Anfangs war für mich sehr überraschend, dass die  meisten Bewohner vom ersten Tag an sehr offen und ungehemmt auf mich zugekommen sind. Dies habe ich so vorher noch nicht gekannt, sodass eine solche Ehrlichkeit und Direktheit sehr neu für mich waren. Auch dass es für die Bewohner normal war, dass ich von Anfang an mit in der Pflege war, hätte ich nicht erwartet. Anfangs hätte ich damit gerechnet, dass es den Bewohnern unangenehm ist oder sie zurückhaltend reagieren. Dies war jedoch nicht der Fall.

Innerhalb der Wohngruppe nehme ich eine Rolle der Ansprechpartnerin ein, die sich gerne mit den Bewohnern befasst und mit ihnen in Kontakt tritt. Dies ist auch der Grund, weshalb ich mich gerne zur Mittagszeit, sofern dies zeitlich machbar ist, im Gruppenraum aufhalte. Dadurch fungiere ich als Kontaktperson, welcher die Bewohner Geschehnisse auf der Arbeit als auch Dinge die sie beschäftigen mitteilen. Oftmals erfährt man in diesen Situationen sehr viel über die einzelnen Menschen und ich habe das Gefühl, dass es ihnen gut tut, wenn sie sich mitteilen können.
Ein weiteres Tätigkeitsfeld, in welches ich oft  mit eingebunden bin, ist die Pflege, in der ich die Bewohner nach den individuellen Anforderungen und Bedürfnissen unterstütze. Dabei schätze ich auch sehr die Dankbarkeit, welche die Bewohner dabei ausstrahlen, sowie die wertschätzenden Rückmeldungen.
Außerdem übernehme ich im Frühdienst oft das Kochen in der Wohngruppe, welches mir viel Spaß macht. Dabei versuche ich vor allem das Essen weitestgehend gesund und abwechslungsreich zu gestalten. Dies ist leider jedoch oft problematisch, da einige vieles nicht vertragen oder mögen.

Ich würde sagen, dass meine Rolle vorwiegend in der vielfältigen Unterstützung der Hauptamtler liegt, wobei mein persönlicher Fokus doch in der Interaktion mit den Bewohnern liegt.
In meinen letzten Monaten habe ich für mich gelernt, wie wichtig diese Arbeit ist und wie viel man den Menschen damit geben kann. Zudem muss ich feststellen, dass ich durch die enorme Offenheit der Bewohner selbst offener/lockerer geworden bin. Zudem habe ich gelernt, bestimmter zu sein und manchmal auch unangenehme Dinge zu vermitteln. Eine Aufgabe vor der ich mich früher gedrückt habe sofern es ging. Ein weiterer Punkt, welchen ich neu vertiefen musste, ist meine Geduld. Anfangs fiel und fällt es mir manchmal immer noch schwer, den Bewohnern die Zeit zur Erfüllung von Tätigkeiten zu geben, die sie benötigen. Daran arbeite ich an mir selbst, da es wichtig ist, dass die Nutzer diese Aufgaben weitestgehend selbstständig ausführen, auch wenn dabei mehr Zeit in Anspruch genommen wird. Auch wenn sie in manchen Situationen aufgebracht, unruhig oder hektisch sind, versuche ich selbst ruhig zu bleiben, um ihnen eine gewisse Sicherheit zurückzugeben.

Dies sind Aspekte, welche ich bisher aus meinem FSJ mitnehmen konnte und für die ich sehr dankbar bin. Darüber bin ich sehr glücklich und dankbar, da ich nun anders mit mir selbst und meinem Umfeld umgehe. Aus diesen Gesichtspunkten hat sich für mich dieses Jahr schon jetzt gelohnt!

Sonja S.

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