Nesrin K., Februar 2017

Das FSJ ist mein erster richtiger Einblick ins Arbeitsleben!

Was hat sich mit dem FSJ verändert - woher kommt die Motivation für die Arbeit in der Wohnanlage?


FSJ als Chance für den weiteren Weg in die Berufswelt

Das FSJ ist mein erster richtiger Einblick ins Arbeitsleben. Es ist für mich eine ganz neue und andere Erfahrung als die Schule. Jedoch habe ich schon recht schnell gemerkt, dass man seine Freizeit nicht mehr so gestalten kann wie damals noch in der Schule. Dadurch, dass ich nur im Tagdienst eingeteilt bin und dieser erst ab 14.30 Uhr beginnt und um 22 Uhr endet ist es recht schwierig immer noch Zeit mit Freunden oder der Familie zu verbringen. Denn dadurch, dass die meisten schon früher anfangen zu arbeiten oder zur Schule gehen, kann man die Zeit, die man selbst vormittags hätte, nicht mit ihnen verbringen. Wenn diese dann Zeit haben nach der Schule oder Arbeit, muss ich erst anfangen zu arbeiten. Das heißt, man verpasst sich eigentlich die ganze Zeit, denn wenn ich Feierabend habe, ist es meist für die anderen zu spät, weil sie wieder morgens früh raus müssen.
Meine Balance zwischen der Arbeit und meiner Freizeit finde ich somit nur, wenn ich meine freien Tage ausnutze, um die Zeit mit Freunden und Familie aufzuholen. Dies ist auch meistens die Zeit, wo ich Abstand zu der Arbeit finde und die Arbeit, Arbeit sein lasse.
Jedoch freue ich mich auch, wenn ich dann wieder auf die Arbeit komme und von fast allen Bewohnern freundlich begrüßt werde. Die Arbeit im Wohnheim schenkt einem so viel Positives. Die Bewohner sind ganz anders als die Menschen, mit denen wir tagtäglich zu tun haben. Sie sind nicht so voller Vorurteile und sind nicht gespielt nett oder höflich wie die meisten, denen man in der  Freizeit oder  im Arbeitsleben begegnet. Die Biographien vieler Bewohner gehen mir auch sehr nah und gibt mir zu denken, sodass ich an meine Arbeit nie mit negativen Gedanken verbinde, sondern nur mit guten oder mit traurigen. Was mich auch sehr motiviert für diese Arbeit ist, einfach das Gefühl geholfen zu haben, denn dieses Gefühl kannte ich so zuvor noch nicht. Natürlich hat jeder von uns schon mal seinen Eltern geholfen oder Freunden, aber dieses Gefühl ist anders, es erfüllt einen. Es geht nicht nur um die Hilfe, die die Bewohner im pflegerischen Bereich brauchen, sondern auch darum ihnen das Gefühl von einem Zuhause geben zu können. Da ich keine Fachkraft bin, kann ich nicht die gleichen Aufgabenbereiche wie diese erfüllen.
Ich sehe mich unter den Fachkräften, jedoch denke ich, dass die Bewohner keinen Unterschied machen. Meine Kollegen helfen mir jedoch so gut es geht, mich in viele Arbeitsfelder mit ein zu beziehen. Das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und auch das Gefühl gebraucht zu werden. Durch diese zahlreichen Einblicke bin ich sehr froh, das FSJ als Chance für meinen weiteren Weg in die Berufswelt angenommen zu haben.

Nesrin K.

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Förderung

Das FSJ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Hessischen Sozialministerium gefördert.

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Tel. 069/8090969-17
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