Jan V., November 2014

Als Mann in der Integrativen Kindertagesstätte Tabaluga

Man macht etwas aus Eigeninitiative und nicht weil man gut sein muss!


Mein erster richtiger Job

Anfangs war die Arbeit in der Kita für mich sehr ungewohnt, da das FSJ auch gleichzeitig mein erster richtiger Job ist. Trotz der netten Aufnahme in der Gruppe in der ersten Woche, wusste ich nicht so genau, was ich zu tun habe und wie ich mich am besten in die Gruppe einbringe. Zwar hatte ich eine gute Anleitung wie der wöchentliche Ablauf stattfindet, aber trotzdem kam ich mir teilweise wie das fünfte Rad am Wagen vor.

Aber nach dem man den Ablauf langsam kennenlernte, kann man auch Aufgaben für sich selbst finden und sich gut in das Gruppengeschehen einfügen. Je mehr man sich mit der Zeit zutraut oder von den Kollegen zugetragen bekommt, desto angenehmer wird die Arbeit und man fühlt sich mehr als fester Teil der Gemeinschaft.
Dieses Gemeinschaftsgefühl wird durch die Kinder sogar deutlich beschleunigt. Entgegen meiner Erwartung, dass die Kinder anfangs zurückhaltend sein könnten und sie erst mit der Zeit auftauen, waren die meisten von Anfang an sehr offen und auch interessiert an mir. Ich war völlig überrascht, wie wenig Berührungsängste die Kinder, aber vor allem die Jungs, haben. Ein paar der Mädchen waren anfangs etwas zurückhaltend, aber auch das legte sich relative schnell.

Was  ich sehr schnell merkte war, wie sehr die Kinder versuchten meine Grenzen auszutesten. Sie nutzten sowohl meine fehlenden Kenntnisse über die Regeln aus, als auch meine Einschätzung über ihre Fähigkeiten. Besonders Kinder mit Behinderungen gaben vor weniger selbst zu können als sie in Wirklichkeit in der Lage waren. Jedoch merkt man das relativ schnell und kann danach Situationen viel besser einschätzen, auch wenn mir das teilweise bis heute, zwei Monate nach Beginn des FSJ, immer noch etwas schwer fällt. Trotz allem ist es schön zu sehen, dass die Kinder einen trotz der relativen kurzen Zeit schon in ihr Herz schließen und als Teil der Gruppe betrachten.

Außerdem ist es auch sehr interessant die Entwicklung der Kinder, selbst über kurze Zeiträume zu beobachten und auch mitgestalten zu können. Man hat wirklich das Gefühl mit seiner Arbeit was zu bewirken, da man direkt die Ergebnisse sehen kann, selbst wenn sie nicht so groß sind. Dadurch wird auch teilweise die Beziehung zu den Kindern besser und es ist schön, dass man an ihren Leben teilhaben kann, wenn sie beispielsweise von Zuhause erzählen und einem ihre Probleme anvertrauen.

Man muss allerdings auch sagen, dass die Arbeit durchaus sehr anstrengend sein kann und man am Ende des Tages genervt ist, aber trotzdem hat man immer wieder Freude daran zur Arbeit zu gehen. Das ist auch der entscheidenden Unterschied zum Schulalltag. Man hat eine Aufgabe, von der man etwas zurückbekommt. Ich hätte selber nicht erwartet, dass ich so viel Gefallen daran finde zu arbeiten, da man ja vergleichsweise wenig Zeitaufwand mit der Schule hat, jedoch hat man bei der Arbeit in der Kita nicht so einen Leistungsdruck wie in der Schule.
Man macht etwas aus Eigeninitiative und nicht weil man gut sein muss. Außerdem kommt man nach der Arbeit nach Hause und hat den Kopf frei und muss sich nicht Wochen vorher über etwas wie Klassenarbeiten Gedanken machen. Man kann alles auf sich zukommen lassen, weshalb ich froh bin, dass ich mich für das FSJ entschieden habe und nicht direkt studiere.

Jan V.

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